Tourtagebuch 18.10. – Jena

Hach, Tour-Alltag! Oder besser gesagt: Hach, erfrischende, alternative Wochenendgestaltung und Ablenkung vom tristen Alltag, die mir gelegentlich in den Schoß fällt, wenn ich den Damen und Herren von Godslave instrumental auf der Bühne unter die Arme greifen darf. Am Samstag, 18.10.14 war es wieder soweit. Godslaves treueste Fanbase in Jena hat gerufen und die Jungs sind dem Ruf aufs Culture-Shock Festival in die “grüne Mitte Deutschlands” gefolgt….. was mich aufgrund von Peeß’s IMG-20141105-WA0020krankheitsbedingtem Ausfall auch betraf. Und weil ich ja bekanntermaßen keine Freunde oder anderweitige Verpflichtungen habe, bin ich Bernie’s spontaner Anfrage, ob ich denn am Bass aushelfen könnte, natürlich be-ja-end nachgekommen. Also: den Stolz des Lead-Gitarristen über Bord geworfen, das halbe Gehirn amputieren lassen und eben den Bass umgeschnallt. Der geneigte Bassist möge mir an dieser Stelle bitte den uralten Musiker-Kalauer verzeihen 😉

Selbe Prozedur wie beim Gig auf dem Bonebreaker-Festival: Thommy und Merch eingesammelt, auf der Autofahrt zum Proberaum und Treffpunkt ein wenig rumgefummelt und das ein oder andere homoerotische Kompliment ausgetauscht und ab gings nach Jena.

IMG-20141105-WA0018Auf einer Autobahnraststätte wurde dann auf halber Strecke mal Zwischengestoppt, die Herren folgtem dem alten Autobahngaststätten-Ritus und boten dem Porzellangott ein Opfer da und ich nahm mein Frühstück zu mir… im Burgerking, wie sich das mittags um kurz nach 3 gehört! Thommy pflegt auf Tour den ein oder anderen Geo-Cache abzuklappern, so auch an dieser Burger-King-Zweigstelle mitten im Nirgendwo. So irrten wir beide also – Smartphones mit Karte und GPS in Händen – mehr oder weniger unachtsam auf dem Parkplatz umher, den Blick vertieft in besagte Geräte… bis ein lautes Quieken zu vernehmen war, weil Thommy plötzlich auf einer fetten Ratte stand. Nach einem herzhaften Lachanfall und einem nicht gefundenen Cache gings weiter nach Jena.

IMG-20141105-WA0013Dort in den malerischen Abendstunden angekommen wurden dann Fan-Beziehungen und Orga-Kontakte gepflegt, immerhin hat Godslave seine treueste und abgedrehteste Fanbase in Jena, wie ich (nachhaltig beeindruckt!) feststellen durfte. Die Lokalität selbst ist war wohl mal ein Bahnhof gewesen, welcher ausgedient hatte und kurzerhand umarrangiert wurde. Das ergebnis konnte sich sehen lassen: massig Platz für Equipment im Backstage, wenn auch über zwei Stockwerke verteilt. Ins Auge sprangen dabei vor allem die “Uni-Sex”-Toiletten, welche mir jetzt im Saarland so noch nicht untergekommen sind. Auf heiße Orgien wartete man da allerdings vergebens [*slow-clap* für diesen ultra-innovativen Witz], dafür gabs ausreichend Klopapier und gelegentlich angestrengtes weibliches Grunzen, wenn das Studentenfutter sich den Weg in die Freiheit bahnte. Hätte man allerdings nicht mitbekommen, wenn man nicht wie ich seine Zeit auf besagter Begegnungsstätte mit dem “Dunklen Turm” im Anschlag dort verbracht hätte…

Der Gig selbst war dann wieder eine kleine Selbstbestätigung. Wegen genau solcher Fan-und Publikumsreaktionen nimmt man als Musiker nervenaufreibende Proben, tetris-ähnliche Pack-Orgien vorm Proberaum, stundenlange Autofahrten mit drei sich auf der Rückbank gegenseitig anschwitzenden Mitmusikern, Aufbau, Abbau und all der Gleichen auf sich. Und das immer aufs neue und immer wieder gerne! Für diesen einen Moment, in dem die ungebrochenIMG-20141105-WA0014e Spielfreude, die einem performenden Musiker innewohnt, auf ein angeheiztes und empfangswilliges Publikum trifft und beide Energien sich einen und in einer atemberaubenden, geladenen Show aufreiben und explodieren [\Cheesy-mode OFF].
Ohne Scheiß, großes Lob an das Publikum in Jena, an die netten und hilfbereiten Herren von der Bühnentechnik und der Organisation! Vor allem an Björn, bei dem wir später nach einer kleinen nächtlichen Stadtrundfahrt durch Jena genächtigt haben.

Der Cache wurde übrigens auch auf der Rückfahr nicht gefunden, genauso wenig wie die Ratte nochmal gesehen wurde….

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Playlist der Fahrt:
Dreadful Prophecy – The Art of Flaying (Pre-Mixed Version)
Death Angel – Relentless Retribution
Clawfinger – Deaf Dumb Blind
Exodus – Blood in, Blood out
Sanctuary – The Year the Sun died
Judas Priest – Defenders of Faith
Seven Witches – Xiled to Infinity and one
Testament – First Strike still Deadly
Virgin Steele – The Marriage of Heaven and Hell Part 1

 

 

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