Tourtagebuch / tour diary – 14.06. – Ahnsbeck

IMG-20140615-WA0000Juhuuu, endlich Sommer! Und was gibt es schöneres als den Besuch diverser Metal-Festivals? Als Besucher fiele mir natürlich vieles ein, das besser ist als bei Dauerregen vor einer Bühne zu stehen und den lädierten Rücken in einem viel zu kleinen Zelt noch mehr zu beanspruchen. Im gesetzteren Alter wird man eben empfindlicher und steht daher lieber im Trockenen auf als vor der Bühne. Und da ist es natürlich ein angenehmer Nebeneffekt, dass der Starkregen genau beim Entern der Bretter aufhört und die Leute sich unter den Vordächern rauswagen können. Aber der Reihe nach…

Erst einmal gilt es die verdammt lange Strecke nach Ahnsbeck zurückzulegen. Man freut sich auf ein Wiedersehen mit den Kumpels von DESTRUCTION samt traditioneller Lyoner-Vertilgung (man kennt den Wurstring im deutschen Ausland auch unter Fleischwurst, ist aber trotzdem nicht das selbe), hofft darauf, dass England zweistellig gegen Italien das Weltmeisterschaftsvorrundenspiel (was ein Wort!!!) gewinnt und kommt nach einigen Stunden gut gelaunt an der Pension an, die für die folgende Nacht das sklavische Hauptquartier darstellen soll. Kurz eingecheckt, dann geht’s auch schon weiter Richtung Festivalgelände, schließlich darf man 2 Stunden später bereits die Instrumente spazieren führen. Und schon lange bevor es losgeht, stellen wir erstaunt fest, mit welcher Leidenschaft und Können die Macher das „Break The Ground“ am Laufen halten. Daumen hoch, da kann sich so mancher altgediente Veranstalter eine gute Scheibe abschneiden. Alleine schon die Mischung aus altgedienten Bands und Newcomer macht dieses Spektakel zu etwas besonderem.

Und dann geht das Spektakel auch schon los. Während THE VERY END einen sehr guten Auftritt hinlegen, läuft hinter der Bühne die Vorbereitung auf den Thrash-Blitzkrieg auf Hochtouren. Dann noch schnell von der extrem kompetenten Crew das technische erledigen lassen, kurzer Line-Check (von dem der Verfasser leider aufgrund von Strommangel ausgenommen ist, wird aber schnellstens behoben) und ab geht die wilde Luzi. Man erarbeitet sich immer mehr Leute, versteht sich auf der Bühne wieder mal blind und sorgt schon fast routiniert für pausenlose Action. Auch das Songmaterial („Anvilised“ ist wieder im Set) sitzt wie ne Eins und kommt bei den Leuten gut an. Wie man auch später bei der Abrechnung der Merchverkäufe sehen wird. Kurz: ein fast perfekter Auftritt bei strahlendem Sonnenschein, der wieder Lust auf mehr macht…Übrigens, die „Vodcarnivore“-Marathonläufe durch das Publikum werden immer anstrengender. Gutes Zeichen!!!

2014-06-14 17.31.38Nach dem Auftritt ist vor dem Auftritt, in diesem Falle vor allem vor dem Auftritt von BRAINSTORM, auf den ich sehr gespannt bin und DESTRUCTION. Bis es aber Zeit für den Headliner ist, fließt einiges an Bier (das meines Erachtens ziemliches Kopfweh hervorruft) die Kehle runter. Dazu noch einen Jacky Cola (Danke an BRAINSTORMs Todde), und die Lichter werden etwas dunkler. So dunkel, dass ich im Alkoholwahn tatsächlich bereit bin, den 3 Zerstörern auf der Bühne leckeren Lyoner zu servieren. Mit etwas Abstand bin ich froh, dass ich das einzige GODSLAVE-Mitglied bin, das von dieser Idee begeistert ist, schließlich will ich mich als nicht sehr hochgewachsener Mensch nicht gerade mit Schmier anlegen. Ich kann wohl froh sein, dass Todde mir den zweiten versprochenen Jacky nicht serviert hat, ansonsten wäre meine Begeisterung wohl in endgültigen Tatendrang ohne um Erlaubnis zu fragen umgeschlagen.

Nach dem Auftritt von DESTRUCTION kann ich mich eigentlich nur noch daran erinnern, dass wir irgendwann im Cateringzelt sitzen und die Wurst unter uns aufteilen, ein bißchen quatschen und ich nun tatsächlich das Spiel England gegen Italien verpasst habe. Was angesichts der Tatsache, dass die falschen den Sieg geholt haben, aber dann auch egal ist. Irgendwann bin ich dann heilfroh, dass es endlich richtung Pension und Bett geht. Tommy, der aufgrund Tablettendiät den Tag über alkoholfrei leben musste, macht dann seine Sache als sehr seltener Taxifahrer extrem gut und steuert zielsicher die Herberge an…

Am nächsten Tag sieht dann die Welt…ähem…noch etwas unfreundlicher aus als letzte Nacht. Irgendjemand scheint mir etwas komisches ins Glas getan zu haben. Anders kann ich mir mein Schädelbrummen nicht erklären. Die Fahrt kann heiter werden, so viel ist sicher, aber irgendwie schaffe ich es dann, den halben Trip durchzupennen und von so leckeren Dingen wie Kopfschmerztabletten und kohlensäurefreiem Wasser zu träumen. NIE WIEDER ALKOHOL!!!

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Playlist der Fahrt

  • GODDESS OF DEISRE . Let us win this war
  • TWISTED SISTER – Come out and Play
  • OBITUARY – Frozen in Time
  • BADESALZ – Diwodaso
  • AGENT STEEL – Omega Conspiracy
  • HATCHET – Awaiting Evil
  • METAL CHURCH – Metal Church
  • ANNIHILATOR – Carnival Diablos
  • UNLEASHED – Victory
  • STATUS QUO – Rocking all over the World
  • MEGADETH – Cryptic Writings
  • MERCYFUL FATE – Don’t break the Oath
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