Tourtagebuch 25.10. – Schweinfurt

Ich durfte jüngst wieder einmal den Jungs von Godslave aufhelfen, da es den Herrn Peeß krankheitstechnisch gar übel von den Socken gehauen hat. Ziel der Reise diesmal: Schweinfurt! Eine nette Kleinmetropole im schönen IMG-20141105-WA0015Frankenland.

Also Thommy eingesammelt, zum Proberaum gefahren, Auto geladen, „Supplies, Motherfucker!“ und ab gings nach Schweinfurt. Die Hinfahrt war relativ unspektakulär, da jeder auf der schweißtreibenden Rückbank mit Buch, Abschlussarbeit oder Tablet beschäftigt war. Die Kommando-Crew auf den Führungsplätzen verstand man angesichts der Musik und ihren zarten Stimmchen sowieso die meiste Zeit nicht, somit hatte man seine Ruhe. Übrigens hatte keiner von uns die „Heading for Tomorrow“ von Gamma Ray als so mies in Erinnerung…

Angekommen in Schweinfurt haben wir dann erstmal die Konzertstätte selbst in Augenschein genommen. Wieder ein ausrangierter Bahnhof 😀 Die Herren von The Fleshtrading Company luden zum Flesh-Fest und zur Album-Release Party. Backstage gab’s in diesem Sinne nicht, weil sich die Black Sabbath – Coverband, die im gleichen Venue auftrat, den Backstagebereich keinesfalls mit einer angereisten, richtigen Band teilen wollte…. Cover-/Tributeband-Attitude halt.

IMG-20141025-WA0000Die Lösung der Orga vor Ort war allerdings mehr als zufriedenstellend. So wurde man vortrefflich becatered, was selten genug vorkommt, und nebenbei wurde noch ein lang gehegter Wunsch vom Stage-Rider der Band erfüllt. KÄÄÄÄÄÄSE!!!!!

So gings gut gelaunt in den Abend und wir betrachteten die Bands (unter anderem Intestinal Damage und The Fleshtrading Company) von hinter der Theke aus. Die nette Bardame versorgte uns mit Bier während wir, munter trinkend, labernd und Handy-ladend über das Catering herfielen. So konnte ich auch noch ein kleines Experiment mit dem Titel „Potenzierte Wirkung einer 400er Paracetamol bei gleichzeitigem Alkoholkonsum“ durchführen.Werde ich künftig nicht mehr machen, weil trotz ausbleibendem Kopfschmerz leider auch teilweise die motorischen Fähigkeiten abhanden kommen. Also ab an die frische Luft und mit dem „Dunklen Turm“ weitergemacht, man ist ja schließlich ein belesener und gebildeter Musiker ….und alle Konzeptalben über die Reihe sind bestenfalls unzureichend.

Auf der Bühne später erkannte man dann ein paar altbekannte Nasen im Publikum. So wurde ausgelassen musiziert und dem Frankenpublikum guter, saarländischer Thrash um die Ohren geballert, welcher dankend angenommen wurde! In jener Nacht wurden übrigens die Uhren eine Stunde zurückgestellt, weshalb ich mich auf eine Bonusstunde Suff mit den Jungs eingestellt hatte. Da wir aber relativ früh zurück im Hotel waren, war das einzige, was ich eine Stunde länger ertragen durfte, Michaels Gesäge…
IMG-20141105-WA0000…es gibt verschiedene Arten des Sägens. Es gibt die zarte Art von Laubsäge, welche unmerklich, leise aber konstant neben eine kleine, wohltuende und enspannende Klanglandschaft aussägt. Es gibt den klassischen Holzfäller, der mit einer dicken Motorsäge zu Werke geht. Es gibt Kettensäge mit unregelmäßigen Aussetzern. Und es gibt Leute, die mit Atomwaffen gegen Urwälder vorgehen. So stand ich kurz vor 8 nach einem stundenlangen Säge-Duell, bei welchem ich leider kläglich unterlag, vor der schweren Entscheidung enweder den erholsamen Schlaf erholsamen Schlaf sein zu lassen und zu duschen oder meinen ersten, affektgetriebenen Lynchmord zu begehen. Da Godslave noch keinen neuen Gitarristen suchen und ich fröhlich von zuhause aus diesen Tourbericht schreibe, scheine ich richtig gehandelt zu haben.
Dann wurde sich abartigst am Frühstücksbuffet des B&B-Hotels vergangen und anschließend die Heimreise angetreten.

 

Playlist:

  • EVILE – Five serpents Teeth
  • MR. BUTCHER – Mr. Butcher („der gefällt mir nur bei Savatage“
  • GAMMA RAY – Heading for Tomorrow („Wow, Scheepers weiss schon, wie man einem auf die Eier gehen kann)
  • GUNS ‘N’ ROSES – Appetite for Destruction („Krass! Da haben Halestorm sich „Out to get me“ geklaut!)
  • GUANO APES – Proud like a God („18 beschissene Tracks? – Ja, Quantität statt Qualität, war in den 90ern so!“)
  • MEGADETH – Killing is my Business („Die haben 3000 Dollar für die Produktion verwendet und den Rest der 10000 versoffen“)
  • DR. GEEK AND THE FREAKSHOW – Ghoulshock
  • COMMUNIC – Waves of Visual Decay („Das war Communics eigene St. Anger. Nach 4 Minuten alles gesagt, aber Hauptsache lauter 8+ Minuten-Songs draufgepackt, damit man sich progressiv schimpfen kann!“)

 

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