Tour Diary – Tétange, 25. März 2017

Erschdmol Tanke, dann Tétange!

Aaaah, Luxemburg. Land der billigen Zigarretten, Sprit-Paradies und ganz nebenbei Heimat einiger wirklich vielversprechenden Metal-Kapellen! Beispielsweise die Jungs und Mädel von Mind Patrol, die uns zu ihrem Necksplosion-Fest in der Schungfabrik eingeladen haben. Also, Sachen gepackt, die wunden Muskeln mit Pferdesalbe eingeschmiert, das viel zu enge Leibchen eingepackt und ab ins Land von “Rennie risselt de Panz in de rei”.

Wieder einmal gönnen wir uns bei knapp 90 Minuten Fahrt den Luxus mit zwei Autos zu fahren. Wiedermal besetzen Mika, Bernie und ich den Merchwagen und Tobi und Thommy schippern das Equipment. Wir von der Songwriting-Fraktion reviewen also jetzt die fertigen Demos fürs das kommende Album, sind mehr oder minder begeistert und beschimpfen uns den Rest der Reise über, wie das erwachsene Männer eben tun. Außerdem stellt sich heraus, dass Bernie lieber hinten sitzt als vorne. Somit bin ich jetzt zum Beifahrer auf Lebenszeit ernannt! Das nenne ich rapiden Aufstieg!
Was macht man also als erstes, sobald man die Grenze zum Nachbarland übertreten hat? Richtig, man fährt an die Tankstelle und besorgt sich Kaffee. Unmengen von Kaffee. Und dann wird auf dem Weg zum Tankstellen-Imbiss diskutiert, ob die ländlichen Begriffe “Schwanzbude” und “Apatschen-Pimmel” jetzt gängiger Sprachgebrauch oder Hinterwäldler-Dialekt mit homoerotischem Unterton sind. Und wie sollte es anders sein, ich als einziges Landkind halte diese Begriffe für legitim, während meine Stadtkinder von Bandmitgliedern es als unzivilisiert und barbarisch ansehen. Es wird gefressen, dann wird die Konzertlocation angepeilt.

Die Schungfabrik in Tétange bietet viel Platz für Merch, ausgiebige Abstellmöglichkeiten für Equipment, eine angenehm große Bühne und die bis jetzt wohl zivilisiertesten Toiletten, die ich auf Tour gesehen habe. Die Nasen gehen noch schnell einen Cache suchen, ich erkläre mich bereit aufs Merch aufzupassen. Memo an mich selbst: vorher in die Ordnung in den Merch-Taschen einweisen lassen, damit ich beim nächsten mal nicht wieder wie ein inkompetenter Vollhonk überall rumwühlen und suchen muss, wenn wirklich mal jemand was kaufen wil…
Equipment aufgebaut, gestimmt, geübt, warm gespielt und umgezogen und schon gehts auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Leichte technische Probleme mit der Funkanlage aufgrund von charmantem Grundrauschen, dafür ist der Sound professionell und geil gemischt. So lässt sich beruhigt rocken. Das Publikum geht mit, wir liefern ab und danach sind alle froh und munter.

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Bild von Véronique Conrardy‎

Beim gemeinsamen Abgammeln am Merch-Stand fällt unser Blick dann auf ein saftiges Stück Schoko-Sahne-Torte, welches dort angeboten wird. Ein köstlich anmutendes Stück konditorischer Meisterleistung, dass einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Bis man bei genauer Betrachtung merkt, dass der Stand rein vegan ist, die Getränke und Essensbons nicht gelten, man nur Cash akzeptiert und das Stück Kuchen stolze 5 Euro kostet. Eigentlich wollte ich es essen, aber für den Preis muss ich es in einer Glasvitriene ausstellen. Glasvitriene habe ich leider nicht, also gehts ohne Nachspeise ins Bett. So packen wir dann auch unsere sieben Sachen und machen uns relativ früh wieder auf den Heimweg, der eine wegen Armweh, der andere wegen Darmweh.

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