Tour Diary – Braunschweig, 17. Juni 2017

Über die Gött, hinein in die Braunsch!

Aaaaah, die Gött! Namensgeberin des schönen Städtchens Göttingen und Ader des Lebens, die sich durch die Ortschaft und das umliegende Umland zieht! Oder so ähnlich.

Von Büßfeld bis Braunschweig ist es ein kleines Stückchen zu fahren. Deshalb wird kurzerhand ein Zwischenstopp in Göttingen eingelegt. Es ist sehr schön da. Mann findet dort kaum einen Parkplatz. Aber da gibt’s Caches! Nur findet man die auch kaum.

So, ich habe es probiert und kurze Sätze sind nix für mich. Monströse, absatzlange Schachtelsätze FTW!!!!

Wir fallen also der Ermüdung, dem gemeinen Hunger und der Cache-Lust anheim und legen einen Zwischenstopp in Göttingen ein. Die übliche Schnitzeljagd durch fremde Gestade beginnt. So finden wir ein herzallerliebst umzäuntes Brücklein, an dem gravierte Vorhängeschlösser hängen, auf welchen sich frische Pärchen die ewige Liebe versprochen haben. Und zwischendrin immer mal wieder zwei oder drei, auf denen die Namen ekstatisch ausgekratzt wurden. Hach, die Liebe…

Ich sitze also irgendwann mit den vier Gestalten in einem kleinen Biergarten und erkundige mich bei der Bedienung, wie ich mir denn ein Schnitzel „Jäger Art“ vorzustellen habe. Im Nachhinein betrachtet eine eher unnötige Frage. Aber was versucht man nicht alles, um in der bösen fremden Welt nicht durch Unwissenheit aufzufallen? Wir essen also, wir betrachten Vandalismus vom feinsten, jagen alle bis auf den kurzhaarigen großen und mich auf einen Baum, um einen Cache in einer Baumgabelung zu finden und streifen weiter durch Göttingen. Allerdings muss ich den spaßigen Rundgang gegen Ende jäh unterbrechen, weil ich ernsthafte Probleme habe, nicht plötzlich in einer braun-gelben Wolke die materielle Ebene der Existenz zu verlassen.

Abhilfe wird geschaffen, die anderen nehmen einen Kaffee und wir fahren weiter nach Braunschweig.

Dort angekommen werden die Karren entladen und das Equipment über eine Feuertreppe in den zweiten Stock geschleppt. Merch wird aufgebaut, der Backstage-Raum bezogen und gleich kristallisiert sich eine Sache heraus: die haben nette Toiletten hier! DAS und die Tatsache, dass es ein sehr, sehr heißes Unterfangen wird im Braunschweiger B58! Aus Lärmgründen kann da oben leider nicht gelüftet werden, sobald die Veranstaltungen beginnt. Auch macht sich laut meinen Notizen leichter Unmut breit, weil ich alles mitfilme, wie es mir zu Beginn der Reise aufgetragen wurde. Wir werden gefüttert, wir machen uns warm (pun intented), was mir auch wieder Gemaule und Schelte einbringt („meh meh meh, geübt wird zu hause“, „kannsche die Finger net mol still halten?“, „boah, das nervt“) und gehen als Headliner auf die Bühne. Und wie heiß das war!

Hier steht „Raphael, nass nass nass, Girls Girls Girls“ und ein Bild ploppt in meinem Geiste auf: halbnackte Menschen aller Geschlechter (#Feminism, #GenderEquality), sichtlich verschwitzte Oberkörper, unersichtliche aber sicherlich nicht minder verschwitzte Unterkörper und mindestens zwei Flaschen Wasser, die ich auf der Bühne in mich hineingekippt habe. UND die Erkenntnis, dass ausgiebiges Aufwärmen vor einer Show zu weitaus sicherer und sauberer Performance beiträgt! In your Face, „anderer jüngerer langhaariger mit gestähltem Körper!“-Bitch!

Könnten aber auch die Möpse und die Hitze gewesen sein. Der Funksender fliegt wegen der monströs athletischen Performance (oder der weniger geistreichen Kabelkonstruktion) insgesamt dreimal aus dem Gurt, aber ansonsten würde ich sagen, war das eine der besten Shows, an die ich mich wegen meiner Notizen gerade noch so erinnern kann! Geile Sache, Braunschweig! Danke hier auch an Hotel666 und an Raphael, der uns in England zum ersten Mal sah und seit dem treues Mitglied der Slavecrew ist!

Nach dem Gig werden sich Deo-Dosen zugeschmissen, Fan-Kontakte gepflegt und dann machen wir uns auf in Richtung Unterkunft. Nach einem kurzen Gute-Nacht-Bier in der „Klaue“ geht’s dann ab ins Bettchen. Wirklich erholsamer Schlaf ist uns leider nicht vergönnt, weil die angrenzende Techno-Disco keine Gnade kennt. So werden wir von üblen Bässen in und aus dem Schlaf vibriert. Der Wohnungsinhaber stattet uns auch noch einen Besuch ab, scheint allerdings ebenso verblüfft über unsere Anwesenheit in seiner Wohnung wie wir über seine. Aber der kurzhaarige hat das souverän gelöst!

Am nächsten Morgen, nach gefühlten anderthalb Stunden unruhigem Schlaf, verstummen die Bässe gegen 07:45 und wir nehmen das als Grund aufzustehen. Der kurzhaarige hat wohl noch ein Video gemacht, weil er nicht glauben konnte, dass ich mir meinen Bart vorm Spiegel föhne. Scheiß glattrasierte Kack-N00bs! Der tote Fuchs in meinem Gesicht brauch Liebe und Fürsorge.

Dann steht hier noch „Orientalisches Frühstücks-Buffet“. Heißt wohl, dass wir in einen illustren, feinen Laden eingefallen sind und uns an einem traumhaften Frühstücks-Buffet von allerlei orientalischen Gaumenschmäusen gelabt haben. Das, oder wir waren einen Döner essen. Lässt sich so genau nicht mehr sagen, denn die Überlieferung ist schwammig, ebenso wie mein Oberstübchen.

Der Tatsache entnommen, dass ich jetzt zuhause auf meiner Couch diesen Bericht schreibe, sind wir wohl auch wieder irgendwie nach Hause gekommen.

Also Kinder: macht euch Notizen! Dann kann euch kein geistig zurückgebliebener Reptiloiden-Präsident etwas und ihr braucht euch nicht alle Einzelheiten zu merken! Dafür gibt’s Video-Footage! #kollossaleÜberleitung #GodslaveVlog

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