Tour Diary – Auggen, 18. Februar 2017

Sternen sehen und große Auggen machen!

2017-02-18 19.28.59Wir eröffnen die Konzertsaison 2017 und beginnen das Jahr mit einem Kurztrip hinter die französische Grenze…. und dann quer durch Frankreich und wieder über die deutsche Grenze ins idyllische Städtchen Auggen. Es war laut, es war geil und nicht mal
beim Scheißen hatte man
seine Ruhe. Höret nun die Geschichte von „DJ Spass-T and the Crew“.
Es gibt eine kleine Premiere zu feiern: meine Feuertaufe als Lead-Gitarrist bei Godslave….und wie das gefeiert wurde! Aber viel hat sich eigentlich nicht verändert. Ich hab zum ersten mal vorne gesessen, statt mich auf der Rückbank mit den anderen Asis gegenseitig voll zu schwitzen. Und ich hab Thommy und das Merch mal nicht einsammeln müssen. Und es wurde journalismuskritisch zerpflückt, ob die Jahrespolls von Deaf Forever und Rock-Hard beieinander abgeguckt haben. War wie erwartet aber nicht der Fall, jeder hat seine empirischen Daten selbst erhoben, so wie sich das für eigenständige seriöse Journale gehört!
Also, auf nach Auggen! Das Equipment wurde auf zwei Fahrzeuge verteilt, als Underground-Musiker kommt das einem wahren Luxus gleich! Die Worte „Beinfreiheit“ und „zum zerbersten gefüllter Kombi“ passen eher nicht zusammen.

So wurde dann auch gerade gecheckt, wer jetzt die schnellere Route fahren wird: Navi mit Baustellenwarnung oder Navi, das direkt den längeren Weg wählt. Auflösung später.

2017-02-18 16.11.29Bernie, Mika und meine Wenigkeit, die aktuelle Songwriting-Fraktion, diskutieren auf dem Hinweg das Material für die neue Scheibe, wobei wir unentwegt Doctor Evil-Style mit ausgestrecktem kleinen Finger im Mundwinkel böööööse, böööööse lachen. Des weiteren stehen weitere Ideen, Orga-Kram und wie gesagt der Jahrespoll von Deaf Forever und Rock-Hard auf dem Tagesplan. Nachdem wir also Frankreich durchquert haben fahren wir in Auggen ein. Ein idyllisches kleines Dörfchen mit alten Häusern, Bauernhöfen und einem entzückenden ländlichen Charme. Wir nehmen die Lokalität in Beschau und laden das Equipment aus. Es gibt sogar Schlafmöglichkeiten für die Band: 2-Etagen-Betten, ganze 3 Stück davon!!!! Ich beanspruche meins, Zimmermitte, oberes Geschoss, direkt unter der Raumbeleuchtung. Im Nachhinein betrachtet nicht m
eine beste Entscheidung.
auggenWir trinken, wir spielen uns warm, wir ziehen uns um, wir bereiten das Equipment vor und übernehmen die Bühne. Und Bernie ermahnt mich noch, bloß nicht die Rhytmus-Pattern von Legion und Bloodbound Pack durcheinander zu bringen… was ich natürlich mit gelassener Miene, sicherem Blick, standhafter Pose und unter epischem Gelächter komplett verkacke.

Nach einem gelungenen Auftritt mit spontaner Zugabe lassen wir den Abend bei Alkohol mit den Barfrauen, selbstgedrehten Zigaretten mit
der Band und meiner Wenigkeit auf dem Scheißhaus ausklingen. Habt ihr mal eine Horde Schulmädchen, die was illegales machen, in alle Himmelsrichtungen auseinander rennen sehen, wenn eine Polizeistreife vorbeikommt? Nein? Ich auch nicht, weil ich am scheißen war. Aber ich hätte es wirklich gerne gesehen. Als mir also die Räumlichkeiten der Disco-Toilette zu eintönig wird, begebe ich mich in den Schlafbereich um wenigstens vor der Discobeschallung ruhe zu haben. Dumm nur, dass das Klo im Schlafbereich keinen Schlüssel hat. Somit ist natürlich unumgänglich, dass früher oder später irgendjemand den Kopf durch den Türschlitz steckt und frägt, was man denn da macht. Und Bernie lässt sich dabei nicht mal von dem Badezimmerschrank aufhalten, mit dem ich als Schlüsselersatz die Tür verrammelt habe. O-Ton Bernie: „Du bist jetzt in der Band! Privatsphäre gibbet hier nicht mehr!“

I2017-02-19 02.38.49rgendwann fallen wir dann nacheinander gegen 4 Uhr in die Kojen. Nach und nach kehrt Ruhe ein und wir entschlummern guter Dinge und zur Erschöpfung gerockt in das Land der süßen Träume… für ca. anderthalb Stunden. Dann entern nämlich irgendwelche Gestalten das Schlafzimmer. Besoffen, zugedröhnt und mit allem im Sinn, was nichts mit Schlafen oder Rücksicht auf schlafende zu tun hat. Man erfährt also, dass der DJ eigentlich eine Dame flachlegen wollte, die allerdings leider nicht erschienen ist, was zu vermehrtem Alkoholkonsum führte. Statt der Dame muss nun also jemand anderes zum Fummeln herhalten, dem im Anschluss auch irgendwie noch ins Bett gepisst wird. Ich kann den guten dann noch davon abhalten zu Thommy ins Bett zu klettern. Vorerst zumindest. Der Reihe nach wurde dann aufgewacht, ungläubig die Köpfe geschüttelt und seinem Ärger nach und nach Luft gemacht. Irgendwann schläft der Penner dann tatsächlich ein und jeder genießt noch ca.
20 Minuten Ruhe bis er mit dem Sägen beginnt. Man stelle sich das ungefähr so vor: langes Einatmen, das mit sanftem Röcheln beginnt und sich bis zu einem wirklich beträchtlichem Getöse steigert, kurzes Innehalten, dann ein markerschütterndes und nervenaufreibendes „ääääääähäääääääääähäääÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄAAAARRRRRRGH!!!!!!!!!“ und das ganze von vorne. Ich wache irgendwann wutentbrannt und ungläubig auf, tausche Blicke mit jedem Bandmitglied in Sichtweite aus, Tobi links von mir, der den Kopf schüttelt, Bernie und Mika rechts von mir, die ungläubig die Augen aufgerissen und die nutzlosen Ohrenstöpsel mittlerweile ausgezogen haben. Thommy liegt im Geschoss unter mir, daher sehe ich ihn nicht. Aber ich kann seine Wut in der Luft schmecken, weil der DJ mittlerweile mit seinem gesamten Oberkörper vom Bett zur linken auf Thommys Matratze übergeschwappt ist und diesem freudig seinen unglaublichen Schlaflärm direkt ins Gesicht föhnt. So höre ich irgendwann einen spürbar erbosten Thommy „ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄUUUÄÄÄÄÄÄÄÄÄHÄÄÄÄHÄÄÄÄÄÄÄÄ!!!! Hall die Fress, du Spasti!!!!!“ brüllen und das ist dann auch der Hahnenruf, mit dem unser Morgen offiziell anbricht, irgendwann gegen 7 Uhr oder so. Unter lautem Gebrülle und zielgerichtetem Gefurze ziehen wir uns also an, laden auf, frühstücken und machen uns relativ früh auf den Rückweg in die Heimat. Uuuund Bernie, Mika und Ich waren übrigens schneller, Baustellen FTW!
Live photos by BENDIT PHOTO, danke!

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